Nach der Sommerhitze:

So bringen Sie Ihren Garten im Herbst wieder in Form

2026-08-27

von Adrian Stierli

Trockenheit und Hitze haben unseren Gärten diesen Sommer stark zugesetzt. Jetzt beginnt die wichtige Erholungsphase. Mit den richtigen Massnahmen im Herbst lassen sich Rasenflächen regenerieren, kahle Stellen schliessen und geschwächte Pflanzen gezielt ersetzen.

Der Sommer 2026 hat auch im Baselbiet deutliche Spuren hinterlassen. Über Wochen haben hohe Temperaturen und ausbleibende Niederschläge den Böden zugesetzt. Viele Rasenflächen sind braun geworden, Pflanzen haben Blätter verloren oder zeigen deutliche Trockenschäden.

Das ist zunächst kein Grund zur Panik: Ein Rasen kann sich nach einer längeren Trockenperiode erstaunlich gut regenerieren. Auch bei Gehölzen und Stauden lohnt es sich, zunächst abzuwarten, welche Pflanzen sich mit sinkenden Temperaturen und zunehmender Bodenfeuchtigkeit wieder erholen.

Der Herbst bietet anschliessend optimale Bedingungen, um Schäden zu beheben und den Garten auf das kommende Frühjahr vorzubereiten.

 

Rasen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Renovation

Gerade nach einem heissen und trockenen Sommer zeigt sich, wo ein Rasen an seine Grenzen gekommen ist. Kahle Stellen, dünne Grasnarben, Moos, Unkraut oder Hirse sind häufige Folgen von Trockenstress.

Die gute Nachricht: Der frühe Herbst ist eine der besten Jahreszeiten für eine Rasenrenovation. Der Boden ist vom Sommer noch warm, gleichzeitig sind die Temperaturen meist deutlich angenehmer und die Verdunstung geringer. Dadurch können Rasengräser neue Wurzeln bilden und sich vor dem Winter etablieren. Fachstellen empfehlen je nach Witterung insbesondere September bis Anfang Oktober für entsprechende Arbeiten.

 

Was gehört zu einer Rasenrenovation?

Je nach Zustand der Fläche können verschiedene Massnahmen sinnvoll sein:

  1. Rasen beurteilen
    Nicht jede braune Fläche muss automatisch komplett erneuert werden. Entscheidend ist, wie viel gesunder Rasen noch vorhanden ist. Bestehen noch genügend kräftige Rasengräser, kann eine Renovation mit Nachsaat die richtige Lösung sein. Ist die Fläche hingegen grossflächig abgestorben oder stark von Unkraut und Hirse durchsetzt, kann eine umfassendere Sanierung oder sogar eine Neuansaat sinnvoll sein. In der Regel empfiehlt sich eine Renovation grundsätzlich dann, wenn noch rund 60-70 % gute Rasengräser vorhanden sind.
  2. Tief mähen und Rasenfilz entfernen
    Bei geeigneter Witterung wird der Rasen zunächst etwas tiefer gemäht. Anschliessend kann eine bestehende Filzschicht durch Vertikutieren entfernt werden. Wichtig ist dabei, den Rasen nicht während einer akuten Hitze- oder Trockenphase zu bearbeiten. Die Gräser müssen aktiv wachsen und genügend Feuchtigkeit zur Regeneration vorhanden sein.
  3. Kahle Stellen nachsäen
    Nach der mechanischen Bearbeitung werden kahle und stark ausgedünnte Stellen nachgesät. Gerade nach diesem Sommer lohnt es sich, auf eine geeignete, robuste Saatgutmischung zu setzen.
  4. Boden verbessern
    Bei verdichteten oder stark beanspruchten Böden kann eine zusätzliche Bodenbearbeitung beziehungsweise eine gezielte Verbesserung des Rasensubstrats sinnvoll sein. Denn Wasser allein hilft wenig, wenn der Boden Wasser schlecht aufnehmen oder speichern kann.
  5. Herbstdüngung
    Eine passende Herbstdüngung unterstützt den Rasen dabei, kräftig in den Winter zu gehen. Dabei sollte ein für den Herbst geeigneter Dünger verwendet werden und nicht einfach derselbe Dünger wie im Frühjahr.

 

Wichtig: Nicht zu lange warten
Für eine Nachsaat braucht es ausreichend warme Böden und noch einige Wochen Wachstumszeit. Deshalb ist der frühe Herbst besonders interessant. Je weiter der Herbst fortschreitet und je stärker die Bodentemperaturen sinken, desto schwieriger wird eine erfolgreiche Keimung.

Unser Tipp: Wenn Ihr Rasen nach diesem Sommer stark gelitten hat, lohnt sich eine Beurteilung bereits Ende August oder Anfang September. So kann die Renovation optimal auf die aktuelle Wetterentwicklung abgestimmt werden.

 

Pflanzen: Nicht alles, was braun aussieht, ist abgestorben

Auch bei Sträuchern, Stauden und Bäumen ist nach einem solchen Sommer eine genaue Beurteilung wichtig.

Trockene Blätter, Blattfall oder abgestorbene Triebspitzen bedeuten nicht automatisch, dass eine Pflanze vollständig verloren ist. Viele Pflanzen reduzieren bei Trockenstress ihre Blattmasse, um Wasser zu sparen. Besonders bei Gehölzen kann sich erst im Herbst oder sogar im nächsten Frühjahr zeigen, welche Teile tatsächlich geschädigt sind.

 

Nicht vorschnell roden – zuerst beobachten und beurteilen.

Trockene Triebe können nach der Wachstumsperiode zurückgeschnitten werden. Bei grösseren Gehölzen sollte jedoch fachlich geprüft werden, ob lediglich die Blätter betroffen sind oder ob auch Äste und Triebe dauerhaft geschädigt wurden.

 

Herbst: Die ideale Zeit für Nachpflanzungen

Während der Sommer für Neupflanzungen aufgrund von Hitze und Trockenheit oft schwierig ist, bietet der Herbst deutlich bessere Voraussetzungen.

Die Temperaturen sind tiefer, die Verdunstung nimmt ab und der Boden kann wieder mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Pflanzen haben dadurch Zeit, vor dem Winter ein gutes Wurzelsystem auszubilden.

Gerade nach diesem Sommer lohnt es sich, bei Ersatzpflanzungen nicht einfach wieder dieselbe Pflanze zu setzen.

 

Den Garten an die kommenden Sommer anpassen

Die vergangenen Wochen haben deutlich gezeigt, welchen Belastungen unsere Gärten inzwischen ausgesetzt sind. Lange Hitzeperioden und Trockenheit können dazu führen, dass Pflanzen, die an ihrem Standort bisher problemlos gewachsen sind, zunehmend unter Stress geraten.

Bei Neupflanzungen sollte deshalb stärker auf Standort, Boden und Wasserbedarf geachtet werden.

Dabei geht es nicht darum, den gesamten Garten neu zu gestalten. Oft reichen gezielte Anpassungen:

  • Trockenheitsverträgliche Pflanzen auswählen:
Arten und Sorten, die mit sonnigen und trockenen Standorten zurechtkommen, können langfristig weniger Pflege und Bewässerung benötigen.
  • Boden verbessern:
Ein gesunder, humoser Boden kann Wasser besser speichern und den Pflanzen länger zur Verfügung stellen.
  • Boden bedecken:
Eine geeignete Mulchschicht reduziert die Verdunstung und schützt den Boden vor dem Austrocknen.
  • Pflanzen passend zum Standort setzen:
Eine Pflanze, die am richtigen Standort steht, benötigt in der Regel deutlich weniger zusätzliche Pflege als eine Pflanze, die dauerhaft mit ungeeigneten Bedingungen kämpfen muss.

 

Auch bei der Bewässerung lohnt sich ein Umdenken

Nach einem trockenen Sommer stellt sich für viele Gartenbesitzer die Frage: Wie viel muss ich eigentlich bewässern?

Entscheidend ist nicht, möglichst häufig kleine Mengen Wasser auszubringen. Sinnvoller ist – sofern Bewässerung notwendig und erlaubt ist – eine gezielte und durchdringende Bewässerung, damit das Wasser auch in tiefere Bodenschichten gelangt.

Gleichzeitig müssen lokale Vorgaben berücksichtigt werden. Gerade während der diesjährigen Trockenperiode hat der Kanton Basel-Landschaft Einschränkungen bei der Wasserentnahme verfügt.

 

Herbstarbeiten als Investition in den nächsten Sommer

Der Herbst ist deshalb weit mehr als die Jahreszeit zum Aufräumen.

Jetzt wird die Grundlage für einen gesunden Garten im nächsten Jahr geschaffen.

Eine Rasenrenovation kann geschädigte Flächen wieder verdichten. Nachpflanzungen können Lücken in Beeten und Hecken schliessen. Und mit einer gezielten Auswahl robuster Pflanzen lässt sich der Garten Schritt für Schritt besser an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen.

 

Unser Fazit

Nach einem aussergewöhnlich trockenen und heissen Sommer sollte man nicht einfach darauf hoffen, dass im nächsten Frühjahr alles wieder von selbst grün wird.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den Zustand des Gartens zu analysieren und gezielt zu handeln.

Ob Rasenrenovation, Nachsaat, Bodenverbesserung, Rückschnitt oder Nachpflanzung: Nicht jede Fläche braucht dieselbe Massnahme. Entscheidend ist eine individuelle Beurteilung von Boden, Standort und Pflanzenbestand.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihren Garten nach diesem schwierigen Sommer wieder auf Vordermann zu bringen – und ihn gleichzeitig fit für die kommenden Sommer zu machen.

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